Für das Leben.


Liebe Regierende, liebe Mitmenschen!
Lassen wir doch mal für einen Moment die wirtschaftlichen Argumente beiseite. Mir ist klar, dass die auch wichtig sind, aber nicht das wichtigste. Das wichtigste ist nämlich der Schutz des Lebens, ansonsten hätte niemand auch nur im geringsten daran gedacht, Firmen oder Geschäfte zu schließen. 
Neben all den unangenehmen Begleiterscheinungen der letzten Wochen sind nämlich auch viele sehr positive Dinge passiert, die wir umbedingt behalten sollten und in zukünftigen Planungen berücksichtigen müssen.
Ich höre von vielen Familien, dass sie es sehr genossen haben, plötzlich mehr Zeit miteinander zu verbringen. Klar war das auch oft anstrengend…weniger Zeit für sich selbst, ständig Kinder da. Aber, ganz ehrlich: In der Zeit „für uns selbst“ machen wir oft auch Sachen, die viel stressiger, ungesünder oder unangenehmer sind. Beziehungen entwickelten sich schneller weiter, weil es oft räumlich einfach nicht möglich war, einer Konfrontation oder einem Gespräch auszuweichen und in die Arbeit oder wo auch immer Hinzuflüchten. Ja, das wurde auch bei manchen zu einem vielleicht schmerzhaften Problem, aber da können wir mehr Hilfe beisteuern versuchen. 


Auch berichten einige, dass kürzer Arbeiten ein größeres Wohlgefühl brachte als sie sich bisher vorstellen konnten. 
Die Wertschätzung gegenüber den Lehrerinnen und Lehrern stieg auch deutlich an und es wurde draußen einfach ruhiger, was in vielen Gegenden nicht nur der Natur sehr gut getan hat. 
Und während sich kulturell im öffentlichen Raum nichts abspielen durfte und darf, saßen viele zuhause und genossen die politisch uninteressante Kunst und Kultur der vielen kreativen Menschen, um der Krise zu entfliehen. Kreatives, visionäres wichtiger denn je. 
Wir sind Menschen! Die wichtigsten Dinge kurz zusammengefasst:
Atmen, trinken, essen, lieben und geliebt werden, Beziehungen, Gefühle empfinden und ausdrücken, Kunst genießen und durch Kunst inspiriert werden. 
Das ist alles. Und der wirtschaftlich so wichtige Rest hat sich dem unterstützend hinten anzufügen, nicht umgekehrt. 
Alles Liebe,
Thomas


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